Death Row Visit
In
einem Raum stehen ein Fernseher und ein Telefon.
Auf dem Fernseher ist ein
Videoloop zu sehen (Videolänge insgesamt 1:28:56).
In der medienüberfluteten Welt - in der Zeit des Reality TVs - sieht man
die Gesichter vieler Unbekannter. Man sieht sie kurz und vergisst sie wieder.
Man nimmt sie nicht als Menschen wahr. Sie sind abstrakt. Sie sind in einer anderen
Welt.
Eine Flut von Bildern der Insassen sieht auch der Betrachter. Anders
als zuhause wird er jedoch direkt angesprochen: Das Telefon klingelt vor seiner
Nase und ein Mensch wartet im Inneren (Fernseher) auf Antwort. Es hört auf
zu klingeln und er sieht zu wie eine weitere Person hingerichtet wir.
Das
Telefon und der Fernseher bezeichnen zwei verschiedene Räume/ Welten.
Das Telefon ist außerhalb. In unserer Welt. Es ist der Kontakt zur Außenwelt.
Sowohl zum privaten Besuch, als auch zur Befehlsgewalt.
Und der Fernseher
ist die Innenwelt das Sichtmedium in die Death Row. Er ist der Besucherraum und
der Hinrichtungsraum.
Das
Video:
1. Man sieht eine schnelle Abfolge von Death Row Insassen.
2.
Das Bild eines Gefangenen bleibt stehen.
3. Das Telefon in der Außenwelt
klingelt - und man hört das Auflegen.
4. Der Gefangene verfärbt
sich rot, gelb und grün und zerschmilzt.
5. Man sieht wieder eine schnelle
Abfolge von Death Row Insassen.
6. Das Bild eines anderen Gefangenen bleibt
stehen.
7. u.s.w.
Der
schnelle Ablauf und die scheinbar wahllose Selektion zeigen dem Betrachter eine
Vielzahl der Gesichter. Das es Gesichter sind und keine Zahlen wird klar wenn
das Bild stoppt und der Betrachter eine einzelne Person betrachten kann.
Oft ist es Glück oder Unglück, ob man in der Todeszelle landet. So wird
in dem Video wie in der Lotterie eine Person herausgenommen.
Nun muß
der Gefangene warten. Der Ruf geht in die Außenwelt. Nicht weit weg von
uns.
Die Farben sind in Anlehnung an Fred A. Leuchters Injektionsmaschinen-Gebrauchsanweisung:
§ Rot > Bereitschaft
§ Gelb > Injektionsvorgang läuft
§ Grün > Injektionsvorgang abgeschlossen - Hinrichtung erfolgreich
vollzogen
Der
Mensch löst sich auf. Wie bei einem Videospiel. Unwirklich. Als wäre
er nicht real.
Und
doch handelt es sich um wahre Insassen der Death Rows.
Safehouse
Arts Space Gallery, Belfast:

K-Salon, Berlin:
